Kein Nationalpark im Spessart

Die Freien Demokraten in Unterfranken sprechen sich gegen einen Nationalpark im bayerischen Spessart aus. Die seit Jahrhunderten durch den Menschen geprägte Kulturlandschaft soll unserer Ansicht nach weiter bewirtschaftet werden.

18. Juli 2017

JA zum NEIN für den Nationalpark Spessart

FDP Unterfranken begrüßt die Entscheidung der bayerischen Staatsregierung

Bereits zu Beginn der Diskussionen um einen möglichen dritten bayerischen Nationalpark im Spessart haben die unterfränkischen Liberalen ihre Skepsis deutlich gemacht und vor allem das fehlende Konzept von Umweltministerin Scharf kritisiert.

Der Bezirksvorsitzende Karsten Klein erklärte:

„Ich begrüße die Entscheidung der bayerischen Staatsregierung explizit und bin froh, dass das Thema Nationalpark im Spessart jetzt vom Tisch ist. Der gesamte Prozess der CSU-Staatsregierung hat in den vergangenen Monaten in der Region tiefe Gräben ausgehoben, die jetzt mühsam wieder zugeschüttet werden müssen. Das ist bedauerlich und wäre nicht nötig gewesen. Wäre das Umweltministerium von Anfang an mit einem Konzept und nicht mit vagen Zusagen an alle Gruppen, in die Diskussion gestartet, dann wäre auch eine Versachlichung der Debatten möglich gewesen. So wurde die Diskussion von beiden Seiten hochemotionale geführt.“

Dennoch habe die Debatte auch viele sinnvolle Ideen für die Zukunft des Spessarts hervorgebracht, die es jetzt weiterzuverfolgen gilt. Klein dazu:

„Wir alle haben das Ziel aus dem Spessart mehr zu machen. Die guten Überlegungen, wie sie z.B. der Spessartbund formuliert hat, dürfen jetzt nicht in der Schublade verschwinden. Es gilt den Naturpark weiterzuentwickeln. Unter anderem durch eine bessere Koordination des Tourismus und auch ein Baumwipfelpfad würde prima in den Naturpark Spessart passen!“

10. Februar 2017

Scharf bleibt Antworten schuldig

Freie Demokraten sehen die Umweltministerin in der Nationalparkfrage nach wie vor konzeptlos

Die Freien Demokraten Unterfranken zeigen sich vom Nationalpark-Gipfel in Aschaffenburg enttäuscht. Das eingeforderte Konzept für einen möglichen Nationalpark im Spessart blieb die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf auch heute schuldig.

Dazu der FDP Bezirksvorsitzende Karsten Klein, der in seiner Funktion als Aschaffenburger Stadtrat ebenfalls an den Gesprächen teilgenommen hat:

„Heute hat sich gezeigt, dass Frau Scharf und ihr Ministerium nach wie vor konzeptlos sind. Die Ministerin macht wage Zusagen und Versprechungen mit dem Versuch, es allen irgendwie recht zu machen. Harte Fakten hat sie nicht geliefert. Weder gab es konkrete Aussagen zur Zukunft der Holzrechtler, noch hat man sich Gedanken über die Auswirkungen auf die Holzindustrie gemacht. Weder gibt es Eckpunkte für ein Schutzkonzept, noch eine Regelung zur Begehung des Parks.“

An den heutigen Termin hatten die Freien Demokraten die Erwartung geknüpft, dadurch die Nationalparkdebatte versachlichen zu können. Dazu Klein:

„Natürlich werden wir den Prozess und die Diskussionen um den Nationalpark auch weiterhin konstruktiv-kritisch begleiten. Zur, von der Ministerin selbst geforderten, Versachlichung der Debatte, hat der heutige Gipfel allerdings keineswegs beigetragen. Hier hat Frau Scharf eine Chance vertan.“

Die Freien Demokraten haben einen Nationalpark im Spessart bereits zu Beginn der Diskussionen abgelehnt. Schon den grundsätzlichen Gedanken eines Nationalparks sieht Klein im Spessart nicht erfüllt:

„Die International Union for Conservation of Nature and Natural definiert einen Nationalpark als Schutzgebiet, dessen Naturraum mitsamt den vorkommenden Arten und Ökosystemen langfristig geschützt und bewahrt werden soll. Ein Nationalpark im Spessart würde genau den gegengesetzten Effekt haben. Durch die fehlende Bewirtschaftung würde das über Jahrhunderte gewachsene Ökosystem verändert. Die einmaligen Eichenbestände würden verschwinden, die Artenvielfalt sinken. Einen Spessart wie wir ihn jetzt haben, wird es dann nicht mehr geben. Bewahren heißt im Falle des Spessarts nachhaltig bewirtschaften.“

Helmut Kaltenhauser (FDP, Mitglied im Aschaffenburger Kreistag) und Karsten Klein im Vorfeld des Gipfel-Gesprächs

7. Februar 2017

Scharf in der Pflicht

Freie Demokraten Unterfranken fordern von Ministerin Scharf Fakten in der Nationalparkfrage

Mit Hinblick auf den für den 10. Februar geplanten Besuch der bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf in Aschaffenburg, fordern die Freien Demokraten Unterfranken Klarheit und Fakten über den Stand der Planungen für einen möglichen dritten bayerischen Nationalpark im Spessart.

Der Bezirksvorsitzende Karsten Klein erklärte dazu:

„Wir erwarten, dass Ministerin Scharf nicht mit leeren Händen zum Dialogprozess erscheint. Der gesamte Prozess der Suche nach einem neuen Nationalparkstandort hätte von Anfang an transparent und offen gestalten werden müssen. Dass aktuell Mutmaßungen und Gerüchte die Diskussion in der Öffentlichkeit beherrschen, hätte verhindert werden müssen. Die Bewohner des Spessarts, die Holzrechtler, die gesamte Öffentlichkeit, hat ein Recht darauf zu erfahren, wie sich Frau Scharf und ihr Ministerium einen möglichen Nationalpark Spessart vorstellen. Es bedarf endlich Fakten in der Diskussion.“

Konkret forderte Klein daher:

„Die Ministerin muss, statt bloßer mündlicher Bekundungen, ein juristisch fundiertes Konzept für die Wahrung der Holzrechte vorlegen. Wir erwarten klare schriftliche Festlegung der Räumlichkeiten und der Bedingungen eines Nationalparks. Ebenfalls erwarten wir klare schriftliche Festlegung der Schutzziele. Gleiches gilt auch für die Festlegung, inwieweit die Bedingungen der International Union for Conservation of Natur und des Bundesnaturschutzgesetzes erfüllt werden.“

Die Freien Demokraten haben einen möglichen Nationalwald im Spessart bereits von Beginn der Diskussionen an entschieden abgelehnt. Maßvolle forstwirtschaftliche Nutzung nutzt Mensch und Natur gleichermaßen am besten. Dabei sieht sich die Bezirks FDP auch als Anwalt der klein- und mittelständischen holzverarbeitenden Betriebe der Region und der Holzrechtler. Klein abschließend:

„Der Spessart ist eine wichtige natürliche Lebensgrundlage für Mensch und Natur und wird bereits seit Jahrhunderten in Form von Holzwirtschaft genutzt.  Erst dadurch konnte sich der ökologisch einzigartige Eichenbestand entwickeln und nur dadurch kann er auch in Zukunft erhalten werden.“