Einjährige Haltefrist für Kryptowerte erhalten
Unterfranken, 02.06.2026 – Die FDP Unterfranken soll sich klar gegen eine Abschaffung der einjährigen steuerlichen Haltefrist für Kryptowerte positionieren. Der Beschluss des Bezirksvorstand FDP Unterfranken sieht vor, die bestehende Regelung nach § 23 Einkommensteuergesetz zu erhalten. Danach können Gewinne aus der Veräußerung von Kryptowerten bei einer Haltedauer von mehr als einem Jahr steuerfrei realisiert werden.
Nach Auffassung der Freien Demokraten schafft die bisherige Regelung einen verlässlichen und nachvollziehbaren Rahmen für langfristiges Sparen und Investieren. Sie unterscheide sachgerecht zwischen kurzfristigem Handel und langfristigem Vermögensaufbau. Eine Abschaffung der Haltefrist würde vor allem private Anleger treffen, die Kryptowährungen nicht kurzfristig handeln, sondern über längere Zeiträume halten.
„Wer langfristig Vermögen aufbaut, darf nicht durch neue steuerliche Belastungen und zusätzliche Unsicherheit bestraft werden“, sagt der Bezirksvorsitzender der FDP Unterfranken und stellvertretender Landesvorsitzender der FDP Bayerns Karl Graf Schenk von Stauffenberg. „Die FDP stehe für Eigenverantwortung, Eigentumsschutz, steuerliche Entlastung und einen schlanken Staat. Eine Abschaffung der Haltefrist wäre aus Sicht der Antragsteller daher das falsche Signal.“
Neben der zusätzlichen Belastung für Anleger wird auch vor mehr Bürokratie gewarnt. Ohne Haltefrist müssten Finanzbehörden deutlich mehr Einzelfälle prüfen, darunter Anschaffungszeitpunkte, Kaufpreise, Verkaufszeitpunkte und Veräußerungserlöse. Dies würde Verwaltung und Bürger gleichermaßen belasten.
Auch fiskalisch sei nicht sicher, dass eine Abschaffung der Haltefrist zu höheren Steuereinnahmen führe. Langfristige Anleger könnten Verkäufe vermeiden oder alternative Möglichkeiten nutzen, ihre Bestände wirtschaftlich einzusetzen, ohne sie tatsächlich zu veräußern. Zudem bestehe das Risiko, dass Kapital und wirtschaftliche Aktivität ins Ausland abwandern, wenn Deutschland bei Kryptowerten steuerlich unattraktiver werde.
Der Antrag fordert deshalb, dass sich die FDP Unterfranken gegenüber den zuständigen Gremien und Mandatsträgern für den Erhalt der bestehenden Regelung einsetzt. Ziel sei ein klares Signal für steuerliche Verlässlichkeit, Bürokratieabbau und die Förderung langfristiger Kapitalbildung.