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Leitantrag „Zukunftssichere Kommunen: Gemeinsam stark für Unterfranken“

Die Versammlung möge beschließen:

Wir Freie Demokraten Unterfranken wollen Kommunen der Chancen. Jeder Mensch –
unabhängig von sozialem Hintergrund, Herkunft oder Lebenssituation – soll die
Möglichkeit haben, sein Leben selbstbestimmt und erfolgreich zu gestalten. Freiheit
braucht Verantwortung, und Verantwortung braucht Chancen. Dafür setzen wir auf
gezielte Unterstützung statt Gängelung, auf Prävention statt Repression und auf
Eigenverantwortung statt Bevormundung.

I. Wirtschaftliche Stärke für Unterfranken

 Die Wirtschaft ist nicht alles – aber ohne eine funktionierende Wirtschaft ist alles
 nichts. Unterfranken lebt von einem starken Mittelstand, innovativen
 Handwerksbetrieben und engagierten Gründerinnen und Gründern. Sie sichern
 Arbeitsplätze, Wohlstand und Lebensqualität in unseren Städten und Gemeinden. Doch
 Bürokratie, Fachkräftemangel und zunehmender Leerstand in den Innenstädten gefährden
 diesen Erfolg.  Wir Freie Demokraten Unterfranken wollen, dass unsere Kommunen zu
 Partnern der Wirtschaft werden – nicht zu Verhinderern. Wer etwas unternimmt, soll
 Unterstützung statt Vorschriften erfahren. Wir setzen auf eine Ermöglichungskultur
 statt Bedenkenträgerei. Unterfranken braucht wirtschaftlich starke, lebenswerte
 Gemeinden, in denen Ideen wachsen können. Wir setzen auf Vertrauen in die Menschen
 vor Ort, weniger Bürokratie und mehr Mut zur Eigenverantwortung – für ein
 selbstbestimmtes, innovatives und zukunftsfähiges Unterfranken.

 1.Leerstand bekämpfen – Innenstädte beleben:
 Wir wollen flexible Nutzungskonzepte, Pop-up-Stores, Gründerzentren und
 Zwischennutzungen fördern. Kommunale Wirtschaftsförderung soll aktiv helfen,
 Leerstände zu vermeiden und Betriebe vor Ort zu halten.

 2. Wirtschaftsförderung in den Kommunen

 Angesichts der anhaltenden schwierigen wirtschaftlichen Lage in den Kommunen
 Unterfrankens, fordern wir eine aktive kommunale Wirtschaftsförderung. Die
 Wirtschaftsförderung flankiert dabei alle Maßnahmen, um den Arbeitsplätzen möglichst
 wettbewerbsfähige Standortbedingungen zu bieten. Dies gilt insbesondere für die
 Bereitstellung der nötigen Infrastruktur und Energieversorgung. Dazu betreibt die
 Wirtschaftsförderung  eine aktive Ansiedlungspolitik, Bestandspflege und
 Existenzgründungsunterstützung. 

 Dabei wird die Wirtschaftsförderung zu einem Standortmanagement ausgebaut. Diese
 sollte in  den Kommunen eine hohe Priorität haben.

 Flächenausweisungen, Hebesätze und Gewerbesteuerpolitik sind Werkzeuge für
 Zukunftschancen. Nur ein fairer Wettbewerb schafft Innovation und Wohlstand.

 3. Bessere Bedingungen für Handel, Handwerk und Gastronomie:
 Wir setzen uns gegen Verkaufsverbote, Sperrstunden und gängelnde Auflagen ein und
 fordern eine Liberalisierung des Ladenschlussgesetzes. Stadtteilzentren und
 dezentrale Nahversorgung sollen gestärkt werden, um lebendige Ortskerne zu sichern.

 4. Privatisierung statt aufgeblähter Kommunalbetriebe:
 Wirtschaftliche Tätigkeiten, die privat besser erledigt werden können, sollen
 ausgeschrieben oder privatisiert werden. Wir wollen Transparenz und Wettbewerb statt
 Quersubventionierung kommunaler Betriebe.

 5. Faire Vergaben für den Mittelstand:
 Öffentliche Aufträge sollen so gestaltet werden, dass auch kleine und mittlere
 Unternehmen profitieren können.
 Zudem sind neben der monetären Seite auch immer die regionalen Wertschöpfungen und
 die Leistungsfähigkeiten der örtlichen Betriebe zu berücksichtigen. Ziel muss ein
 transparentes Verfahren sein, das heimischen Unternehmen eine faire Chance eröffnet,
 ohne den Wettbewerb einzuschränken.
 Wir sprechen uns gegen die Aufhebung der Losvergaben aus, damit kleine und mittlere
 Unternehmen die Chance haben, an öffentlichen Aufträge zu partizipieren. Eine
 Abschaffung der Losvergaben würde die großen Unternehmen stärken und die KMU
 schwächen.

 6. Digitale Verwaltung und Open Data:
 Kommunen sollen ihre Daten maschinenlesbar, unentgeltlich und frei zugänglich machen
 – ausgenommen personenbezogene oder sensible Daten. So entstehen Innovation,
 Transparenz und neue Geschäftsmodelle.

 7. Handwerk
 Für uns ist das Handwerk ist eine stabile Säule unserer Gesellschaft. Das Handwerk
 gehört ebenso in die Centren wie ein Bäcker oder ein Metzger. Wir sprechen uns für
 die Freigabe von Immobilien zur Nutzung von Handwerksbetrieben aus.  Dies betrifft
 Gewerke, die die Fläche als Showroom, Zentrale oder geräusch- und gefahrenarme
 Aktivitäten beinhaltet.

 II. Kommunale Finanzen – solide, transparent,
 generationengerecht

 Eine funktionierende Kommune braucht solide Finanzen. In Unterfranken wirtschaften
 viele Städte und Gemeinden vorausschauend – sie dürfen nicht durch Umverteilung
 bestraft werden, die solide Haushaltsführung entwertet und Misswirtschaft belohnt.
 Wir Freie Demokraten Unterfranken stehen für eine faire, transparente und
 generationengerechte Finanzpolitik, die Gestaltungsspielräume erhält, statt
 Schuldenberge zu hinterlassen. Wir wollen leistungsfähige, selbstbestimmte Gemeinden
 in Unterfranken, die wirtschaftlich denken, effizient handeln und nachhaltig
 investieren – für mehr Zukunft, weniger Schulden und spürbare Entlastung vor Ort.

 Unsere Leitlinien für kommunale Finanzpolitik:

 1.Pflicht vor Kür:

 Öffentliche Mittel sind begrenzt. Kommunen sollen sich auf ihre kommunalen
 Pflichtaufgaben konzentrieren – für alles Weitere setzen wir bevorzugt auf
 Eigeninitiative, Ehrenamt und private Verantwortung. Nur wenn finanzielle Spielräume
 nach der Erfüllung der Pflichtaufgaben bestehen, können freiwillige Leistungen
 erfüllt werden.

 2. Investieren statt konsumieren:

 Wir wollen mehr Investitionen in Zukunft, Infrastruktur und Digitalisierung – weniger
 laufende Konsumausgaben. Jeder Haushalt soll ohne neue Schulden auskommen.

 3. Steuern runter, Freiheit rauf: 

 Gewerbesteuerhebesätze müssen wettbewerbsfähig bleiben, um Unternehmen anzuziehen.
 Eine, vom bayerischen Gemeindetag geforderte, Grundsteuer C lehnen wir ebenso ab wie
 neue Bagatell- oder Vergnügungssteuern. Auch die Hundesteuer gehört abgeschafft.

 4. Bürokratieabbau vor Ort:

  Wir fordern kommunale Bürokratieabbauprogramme, die unnötige Satzungen,
 Gebührenordnungen und Meldepflichten überprüfen. Regelungen sollen befristet und
 regelmäßig auf ihre Notwendigkeit geprüft werden.

 5. Schuldenbremse für Kommunen:

  Jede Gemeinde soll sich selbst zu einer kommunalen Schuldenbremse verpflichten, um
 auch zukünftigen Generationen finanzielle Handlungsfreiheit zu sichern.

 

 III. Digitalisierung 

 Die FDP Unterfranken fordert, die Potenziale Künstlicher Intelligenz (KI) konsequent
 zur Verbesserung kommunaler Infrastruktur, Verwaltung und Lebensqualität zu nutzen.
 Ziel ist es, Städte und Gemeinden in Unterfranken zu digitalen Vorreitern zu machen –
 bürgernah, effizient und klimafreundlich. Unterfrankens Städte und Gemeinden stehen
 vor großen Herausforderungen: Verkehrsüberlastung, Energiepreise, Fachkräftemangel
 und steigende Verwaltungsaufgaben. Künstliche Intelligenz kann helfen, diese Probleme
 pragmatisch und freiheitlich zu lösen – durch Effizienz statt Verbote, Innovation
 statt Bürokratie.

 Wir setzen uns daher für:

  1.  Intelligente Verkehrssteuerung: Einsatz KI-gestützter Systeme zur Optimierung
     des Verkehrsflusses, zur smarten Ampelschaltung und zur digitalen Anzeige freier
     Parkplätze. So werden Staus reduziert, Emissionen gesenkt und Mobilität
     effizienter gestaltet.
  2.  Digitale Verwaltungsassistenten: Einführung von KI-basierten Bürgerassistenten,
     die rund um die Uhr Auskünfte geben, bei Formularen helfen und Anträge
     vereinfachen – barrierefrei und mehrsprachig.
  3.  Vorausschauende Infrastrukturwartung: Nutzung von Sensorik und KI zur
     frühzeitigen Erkennung von Schäden an Straßen, Brücken oder Leitungen. So werden
     Instandhaltungskosten reduziert und Ausfälle vermieden.
  4.  Smarter Umgang mit Ressourcen: KI-gestützte Systeme sollen Müllentsorgung,
     Energieverbrauch und Gebäudemanagement optimieren. Dadurch können Kosten, CO₂-
     Ausstoß und Belastungen für Personal und Umwelt verringert werden.
  5.  Sicherheit durch Prävention: Einsatz von KI zur vorausschauenden Planung
     kommunaler Sicherheits- und Ordnungsmaßnahmen – ohne Eingriff in
     Persönlichkeitsrechte. ein.
  6.  Transparenz durch Digitalisierung: Rats- und Ausschusssitzungen sollen gestreamt
     werden, der Haushalt interaktiv einsehbar sein. Verwaltungsprozesse sollen
     vereinfacht, digitalisiert und mit moderner Technik wie KI unterstützt werden.

  

 IV. Infrastruktur

  1.E-Mobilität

 Der Ausbau der Ladeinfrastruktur ist eine zentrale Voraussetzung für eine
 erfolgreiche Verkehrswende und die Förderung der Elektromobilität. Gerade in
 Innenstädten stehen Kommunen jedoch vor dem Problem begrenzter Flächen, historisch
 sensibler Stadtbilder und hoher Anforderungen an Denkmalschutz und Verkehrsfluss.

 Klassische Ladesäulen beanspruchen häufig Gehwege, Stellplätze und beeinträchtigen
 das Stadtbild. Innovative Lösungen wie sogenannte Ladebordsteine bieten eine
 platzsparende, ästhetisch unauffällige und zugleich technisch gleichwertige
 Alternative.

 Die FDP Unterfranken fordert, dass bei der Schaffung weiterer E-Ladepunkte in
 Innenstadtbereichen auch Ladebordsteine in Betracht gezogen werden. Ladebordsteine
 sind eine innovative Alternative zur klassischen Ladesäule, besonders geeignet für
 urbane und platzkritische Räume. Mit Ladebordsteinen kann eine freie
 Parkplatzgestaltung entlang von Straßen realisiert werden, ohne spezielle Bereiche
 für E-Fahrzeuge oder Fahrzeuge mit konventionellem Antrieb ausweisen zu müssen.
 Dadurch kann platzsparend und effizienter geparkt werden.

  

 2. Wasserstofftankstellen

 Wir Freie Demokraten Unterfranken setzen uns für den Aufbau eines flächendeckenden
 Wasserstofftankstellennetzes in Unterfranken ein. Hierfür sollen die Kreise und
 Städte – gegebenenfalls in Kooperation mit privaten Partnern – geeignete Standorte
 identifizieren, genehmigen und mit Hilfe aller verfügbaren Fördermittel, wie dem 
 bayerischen Förderprogramm zum Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur, realisieren.

 Darüber hinaus fordern wir, dass die Regierung von Unterfranken gemeinsam mit den
 Landkreisen und Kommunen den regionalen Bedarf an Wasserstofftankstellen ermittelt
 und auf dieser Grundlage weitere Standorte im gesamten Regierungsbezirk plant und
 umsetzt. Der derzeitige Ausbau mit nur zwei Tankstellen in Biebelried und
 Aschaffenburg ist unzureichend.

 

 3. Wohnen und Bauen

 Wohnen ist ein Grundbedürfnis und ein zentrales Element gesellschaftlicher Teilhabe.
 Auch in Unterfranken stehen Kommunen vor der Herausforderung, ausreichend und
 bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ohne dabei in marktwidrige Eingriffe zu verfallen.
 Ziel muss es sein, durch kluge Stadtplanung, digitale Verfahren und gezielte Anreize
 den Wohnungsmarkt zu stärken, anstatt ihn durch Überregulierung zu lähmen. Ein
 funktionierender Wohnungsmarkt entsteht durch Angebot, nicht durch staatliche
 Eingriffe. Unterfranken braucht eine vorausschauende Flächenpolitik, schnelle
 Genehmigungsverfahren und moderne, digitale Bauverwaltung. Gleichzeitig dürfen wir
 die Balance zwischen Klimaschutz, wirtschaftlicher Vernunft und sozialer
 Verantwortung nicht verlieren.

 

  1.  Mehr Wohnraum durch aktive kommunale Flächenpolitik:
     Die Kommunen in Unterfranken sollen sich selbst verpflichten, auf Grundlage von
     Bevölkerungs- und Bedarfsprognosen ausreichend Wohn- und Gewerbeflächen
     auszuweisen.
  2.  Gegen Marktverzerrung – für Angebotsausweitung:
     Instrumente wie Mietpreisbremse und Mietpreisdeckel lehnen wir ab. Sie schaffen
     keinen neuen Wohnraum, sondern verzerren den Markt und verringern die Wohlfahrt.
  3.  Schnellere, digitale Baugenehmigungen:
     Wir fordern deutlich beschleunigte und unbürokratische Genehmigungsverfahren.
     Bauanträge sollen vollständig digitalisiert werden können. Dabei sollen
     bestimmte Formblätter (z. B. Flächenberechnungen) durch die bereits vorliegenden
     digitalen Baupläne ersetzt werden dürfen, um automatisierte Prüfverfahren durch
     die Bauämter zu ermöglichen.
  4.  Flexible Nutzung von Flächen:
     Die Umwandlung von Gewerbe- in Wohnflächen soll unbürokratisch möglich sein,
     insbesondere in Innenstädten, wo sich Nutzungslagen verändern.
  5.  Weniger Gängelung beim Bauen:
     Unverhältnismäßig kleinteilige Vorschriften zum äußeren Erscheinungsbild sowie
     übermäßige Nebenauflagen sollen abgeschafft werden. Die Detailtiefe bei der
     Bauleitplanung ist auf das notwendige Maß zu reduzieren.
  6.  Öffentliche Investitionen mit Augenmaß:
     Öffentliche Bauträger sollen sich auf infrastrukturell notwendige Bauwerke
     beschränken. Übermäßige kommunale Bautätigkeit verdrängt private Investoren und
     belastet Haushalte unnötig.
  7.  Verkauf von Bauland nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen:
     Kommunales Bauland soll grundsätzlich meistbietend verkauft werden. Kommunen
     sollen jedoch weiterhin das Recht haben, unter klar definierten Voraussetzungen
     Zusatzbedingungen – etwa das Einheimischenmodell – festzulegen.

 V. Umwelt und Mobilität

 1.Nachhaltiger Wasserhaushalt in Unterfranken
 Die Freie Demokratische Partei fordert die Umsetzung eines nachhaltigen
 Wasserhaushalts in Unterfranken, um den Herausforderungen durch Hochwasser und
 Wasserknappheit proaktiv zu begegnen. Hierzu planen wir folgende Maßnahmen:

 Hochwasserschutz:

  •  Intensive Abstimmung mit höheren Behörden zur Verbesserung der bestehenden
     Infrastruktur und zur Entwicklung gemeinsamer Notfallpläne.
  •  Entsiegelung von Flächen zur Förderung der natürlichen Versickerung und
     Reduzierung von Hochwasserrisiken.
  •  Überarbeitung und Optimierung des Wegenetzes in Risikogebieten für eine
     effiziente Entwässerung.

 Wasserknappheit bekämpfen:

  •  Förderung des Baus von Zisternen zur Regenwassernutzung in privaten und
     öffentlichen Gebäuden.
  •  Errichtung von Rückhaltebecken zur Speicherung von Niederschlägen und deren
     gezielten Nutzung.

 Klimafreundlicher Anbau:

  •  Unterstützung von nachhaltigen Ansätzen im Weinbau, Forst und der
     Landwirtschaft, die sich an den klimatischen Gegebenheiten orientieren.
  •  Einführung von Schulungsprogrammen zur Sensibilisierung und Umsetzung
     klimaresilienter Anbaumethoden.

 Bewusstsein schaffen:

  •  Initiativen zur Aufklärung der Bevölkerung über den verantwortungsvollen Umgang
     mit Wasserressourcen und die Bedeutung des Hochwasserschutzes.
  •  Förderung von Projekten in Schulen zur Umweltbildung und Eigenverantwortung im
     Wassermanagement.

 2. ÖPNV

 Differenzieren zwischen den Bedürfnissen eines Zentrums bzw. dem ländlichen Raum. 

 3. Hitzeschutz

 Die zunehmenden Hitzewellen stellen auch für Unterfranken ein wachsendes
 Gesundheitsrisiko dar. Ein moderner Hitzeschutz muss pragmatisch, freiwillig und
 technologieoffen gestaltet werden.
 Liberale Klimaanpassungspolitik bedeutet, die Lebensqualität in Städten und Gemeinden
 zu sichern, ohne in das tägliche Leben der Menschen einzugreifen.
 Mit innovativen, dezentralen Lösungen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern kann
 Unterfranken zu einer Modellregion für intelligente, freiheitliche
 Hitzeschutzmaßnahmen werden

 Die FDP Unterfranken fordert die unterfränkischen Städte und Gemeinden sowie die
 kommunalen Versorgungsbetriebe auf, umfassende Maßnahmenpläne zur Klimaanpassung und
 zum Hitzeschutz zu entwickeln.
 Ziel ist es, Unterfranken hitzeresilient zu gestalten – mit Freiheit,
 Technologieoffenheit und Eigenverantwortung statt Verboten und Bevormundung. Konkret
 fordern wir: 

  1.  Zugang zu Trinkwasser verbessern: Ausbau öffentlicher Trinkwasserstellen an
     zentralen Orten sowie Nutzung smarter Technik zur effizienten Steuerung.
  2.  Stadt- und Ortsbegrünung fördern: Mobile Begrünungssysteme, Dach- und
     Fassadenbegrünungen sowie Urban-Gardening-Projekte unterstützen – auf
     freiwilliger Basis und mit niedrigschwelliger Förderung.
  3.  Temporäre Abkühlzonen schaffen: Einrichtung von beschatteten
     Aufenthaltsbereichen oder Sprühnebelanlagen an stark versiegelten Plätzen
     während Hitzewellen.
  4.  Öffentliche Rückzugsorte bei Hitze öffnen: Nutzung öffentlicher Gebäude wie
     Bibliotheken, Bürgerhäuser oder Schulen als freiwillige „Cool Spots“ mit
     Trinkwasser und Sitzplätzen.
  5.  Klimatisierung des ÖPNV vorantreiben: Schrittweise vollständige Ausstattung der
     kommunalen Bus- und Bahnflotten mit Klimaanlagen; Priorisierung klimatisierter
     Fahrzeuge an besonders heißen Tagen.
  6.  Bürgerschaftliches Engagement stärken: Bestehende lokale Initiativen zur
     Begrünung und Klimaanpassung fördern und sichtbarer machen – durch
     Informationskampagnen, Mitmachplattformen und Anerkennung bürgerschaftlicher
     Projekte.

 

 VI. Bildung, Soziales und medizinische Versorgung

 Wir Freie Demokraten Unterfranken wollen Kommunen der Chancen. Jeder Mensch –
 unabhängig von sozialem Hintergrund, Herkunft oder Lebenssituation – soll die
 Möglichkeit haben, sein Leben selbstbestimmt und erfolgreich zu gestalten. Freiheit
 braucht Verantwortung, und Verantwortung braucht Chancen. Dafür setzen wir auf
 gezielte Unterstützung statt Gängelung, auf Prävention statt Repression und auf
 Eigenverantwortung statt Bevormundung.

 1.Teilhabe und Wiedereinstieg ermöglichen 

 Wir fordern Programme, die  Menschen mit dauerhaften oder zeitlich begrenzten
 Einschränkungen einen realen Wiedereinstieg in die Gesellschaft ermöglichen. Ziel ist
 es, Menschen zu befähigen, statt sie dauerhaft zu verwalten. Prävention ist dabei das
 wirksamste Mittel. Frühzeitige Sprachförderung, Bildungs- und Sportangebote schaffen
 Perspektiven, verhindern Kriminalität, beugen gesundheitlichen Einschränkungen vor
 und fördern Integration und Teilhabe. Eine Entbürokratisierung ist in diesem Bereich
 sollte zwingend erfolgen.

 2. Starke Kommunen – starke Sicherheit

 Für eine funktionierende Ordnungspolitik müssen die kommunalen Ordnungsämter
 personell und finanziell besser ausgestattet werden. Sie sind die Basis für ein
 sicheres und lebenswertes Umfeld in Städten und Gemeinden. Eine Überwachung von
 Gefahrenpunkten sollte erleichtert werden um das subjektive Sicherheitsgefühl der
 Bürger zu stärken.

 Zugleich braucht es einen modernen Katastrophenschutz: Die Feuerwehren und
 Hilfsdienste – ob haupt- oder ehrenamtlich – müssen über ausreichende Ausstattung
 verfügen. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse fordern wir Investitionen in
 Hochwassermonitoring und vorausschauende Präventionsmaßnahmen.

 3. Chancen für Kinder und Jugendliche

 Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Verhältnissen verdienen besondere
 Unterstützung. Wir fordern den Ausbau lokaler Hilfsangebote und setzen uns dafür ein,
 dass an Schulen und Kitas kostenlose Mittagessen für betroffene Kinder bereitgestellt
 werden. Bildung ist der Schlüssel zu echter Chancengerechtigkeit – sie darf nicht am
 Geldbeutel der Eltern scheitern.

 Wir setzen uns auch für die Stärkung des KJR im Bezirk und der Vereine ein.

 4. Gesundheit & Suchtpolitik mit Verantwortung

 Wir befürworten kommunale Ansätze einer modernen, realistischen Drogenpolitik:
 Drug-Checking-Angebote, Rückzugsräume und Spritzenautomaten an ausgewählten,
 bedarfsorientierten Standorten können dazu beitragen, Infektionen zu vermeiden und
 Süchtigen den Weg in Therapie und Entzug zu ebnen.

 Unser Ziel bleibt die Hilfe zum Ausstieg – aber durch Betreuung, Aufklärung und
 Verantwortung statt Kriminalisierung.

 5. Medizinische Versorgung in Unterfranken

 Unterfranken braucht eine qualitiv hochwertige, flächendeckende
 Gesundheitsversorgung. Viele Kliniken  teils weißen ein hohes Betriebsdefizit aus.
 Zudem schultern viele Kommunen als Krankenhausträger hohe Investitionszuschüsse. Die
 Kommunen sind aber weder für die Betriebs- noch die Investitionskosten der
 Krankenhäuser zuständig. Wir fordern deshalb, 

  •  der Freistaat Bayern muss ausreichend Mittel im Staatshaushalt bereitstellen, um
     die Investitionen in Krankenhäuser vollständig zu finanzieren. Die kommunale
     Krankenhausumlage ist abzuschaffen, um die Kommunen nachhaltig zu entlasten.
  •  der Freistaat Bayern muss zudem endlich seiner Verantwortung bei der
     Krankenhausplanung gerecht werden. Kommunen sollen dabei echte Mitspracherechte
     erhalten. Ziel ist eine wohnortnahe, bedarfsgerechte und zukunftssichere
     Versorgung durch gemeinsame Verantwortung von Land und Kommunen.
  •  die Krankenkasse die Betriebskosten der Krankenhäuser ausreichend finanzieren.

 Gerade in Unterfranken spüren viele Gemeinden den Ärztemangel. Wir begrüßen daher
 kommunale Stipendienprogramme für Medizinstudierende, wenn sich Kommunen freiwillig
 dazu entschließen. Diese Modelle können helfen, junge Ärztinnen und Ärzte langfristig
 für die Region zu gewinnen – auf freiwilliger, nicht verpflichtender Basis.

 6. Ersthelfern helfen

 Wir fordern  die flächendeckende Einführung eines appgestützten Ersthelfer-Systems –
 insbesondere der Initiative „Region der Lebensretter“ – im gesamten Regierungsbezirk
 Unterfranken.
 Die Landkreise und kreisfreien Städte sollen sich innerhalb ihrer Zweckverbände für
 Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung für eine koordinierte Einführung und den
 Betrieb des Systems einsetzen. Ziel ist es, die Zeit bis zum Beginn lebensrettender
 Wiederbelebungsmaßnahmen bei z.B. plötzlichem Herz-Kreislaufstillstand deutlich zu
 verkürzen und so die Überlebenschancen der Betroffenen zu erhöhen.

 

 VII. Gesellschaft & Freiheit

 1.Ehrenamt

 Die Vereinsarbeit in Deutschland leidet zunehmend unter einem Mitgliederschwund, der
 durch mangelnde Wertschätzung und veraltete Strukturen verstärkt wird. Laut dem
 aktuellen Vereinsreport zeigt sich, dass die Anzahl aktiver Mitglieder in vielen
 Vereinen rückläufig ist. Die heute geforderten zeitgemäßen Ansprüche an Ehrenamtliche
 und die Kulturpflege in den Vereinen können nicht mit den bestehenden
 Ausbildungsmodellen abgedeckt werden. Daher ist es dringend notwendig, die Ausbildung
 von Vereinsverantwortlichen zu reformieren und darauf zu achten, dass die Anerkennung
 von ehrenamtlichem Engagement in der Gesellschaft sichtbar wird. Darüber hinaus muss
 der bürokratische Aufwand bei der Beantragung von Fördermitteln massiv gesenkt und
 die Digitalisierung vorangetrieben werden, um Vereinen die nötigen Ressourcen
 zurückzugeben. Inklusion steht hierbei im Mittelpunkt, denn ein vielfältiger und
 integrativer Ansatz kann helfen, die Attraktivität der Vereine zu steigern. Letztlich
 schaffen moderne Strukturen Platz für Innovationen und Ideen, die die Zukunft der
 Vereinsarbeit prägen werden. Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen werden wir die
 Grundlagen für ein starkes, lebendiges Vereinsleben legen, das allen Bürgerinnen und
 Bürgern zugutekommt und den sozialen Zusammenhalt stärkt. Wir wollen die
 Vereinsarbeit in Unterfranken nachhaltig stärken. Dazu fordern wir:

  •  Ehrenamt wertschätzen und fördern: Die gesellschaftliche Anerkennung von
     Ehrenamtlichen soll durch geeignete Auszeichnungen und öffentliche
     Anerkennungsveranstaltungen gestärkt werden.
  •  Ausbildung anpassen: Wir setzen uns dafür ein, dass Trainer/Übungsleiter bei
     ihrer Ausbildung nicht nur Fachwissen, sondern auch erzieherische Kompetenzen
     erwerben, um den Anforderungen in den Gruppen im Bereich Sozialkompetenz gerecht
     werden zu können.
  •  Bürokratieabbau und Digitalisierung: Anträge und Fördermaßnahmen für Vereine
     sollen einfacher und digital zugänglich gestaltet werden. Das Ziel ist eine
     erhebliche Reduzierung des bürokratischen Aufwands.
  •  Inklusion stärken: Wir fordern Maßnahmen, die die Teilhabe aller
     gesellschaftlichen Gruppen an Vereinsaktivitäten sichern und somit ein
     inklusives Vereinsleben fördern.
  •  Moderne Vereinsstrukturen unterstützen: Vielfalt in den Vereinsstrukturen soll
     anerkannt und gefördert werden, um dem Mitgliederschwund effektiv
     entgegenzuwirken. Kostenfreie Workshops für Arbeit/Voraussetzungen in den
     Vereinsämtern sollten eine Selbstverständlichkeit sein.

 2. Praktische Mitwirkung von Asylbewerbern in Kommunen stärken

  Wir fordern von allen Landkreisen und kreisfreien Städten in Unterfranken die
 konsequente Anwendung der Regelung aus § 5 Abs. 4 AsylbLG). Ziel muss sein, dass alle
 arbeitsfähigen Asylbewerber, die Empfänger von Sozialleistungen sind, ihren Teil zur
 Gesellschaft beitragen. Gerade auf kommunaler Ebene gibt es zahlreiche sowie
 vielfältige, insbesondere handwerkliche, Aufgabenbereiche (z.B. im Gartenamt, bei den
 Stadtreinigern, im Hausmeisterbereich) oder zur Öffentlichkeits- und Bürgerarbeit der
 Stadt, welche auch von Asylbewerbern übernommen werden können. Hierdurch soll
 insbesondere der Anreiz geschaffen werden, aus dem Sozialsystem auszubrechen und
 durch eigene Leistung das eigene Leben zu finanzieren. Eine konsequentere Umsetzung
 dieser Regelung ist hierfür unerlässlich.

 3. Saubere Städte

 Wir, die Freien Demokraten Unterfranken, setzen uns für eine deutliche Verbesserung
 der Abfallentsorgung und Ordnung in unseren Innenstädten ein. Um diesem Anliegen
 Rechnung zu tragen, fordern wir folgende Maßnahmen: 

  3.1 Die Anzahl der Mülleimer sollte punktuell zu Festen und Veranstaltungen erhöht
 werden und gleichzeitig eine Kommunikations-Kampagne „Saubere Stadt - Wohlfühl-
 Atmosphäre gestartet werden. Eine generelle Erhöhung der Anzahl der Abfallbehälter
 wird abgelehnt, da es kein Müllvermeidungsbewusstsein schafft und nur dazu verleitet
 Hausmüll zu entsorgen.

 3.2 Optimierung der Straßenreinigung

    3.2.1 Die Frequenz des regulären Straßenkehrdienstes sollte den Bedürfnissen
 angepasst werden.

    3.2.2 Bei akuten Verschmutzungslagen (z.B. nach Unwettern, Veranstaltungen oder
 saisonalen Belastungen wie Laubfall) wird weiterhin anlassbezogen und bedarfsgerecht
 gereinigt.

    3.2.3 Spezielle Mülleimer für bestimmte Abfälle: Einführung von speziellen
 Mülleimern, beispielsweise für Pizzakartons, um eine angemessene Trennung und
 Entsorgung zu gewährleisten.

 3.3 Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerengagement: Um unsere Bürger aktiv in die
 Abfallentsorgung einzubeziehen, sollen regelmäßige Informationskampagnen zur
 Müllvermeidung und -         entsorgung stattfinden.

 3.4 Illegale Müllentsorgung: Bei illegalen Müllablagen sollte stichprobenartig
 geprüft werden, ob man den Verursacher ermitteln kann, beispielsweise über
 Adressaufkleber. Die Bürger sollten eine einfache Möglichkeit der Meldung bekommen,
 um auch illegale Gefahrmüllablagerungen schnell entsorgen zu können.

 

 4. Totenbestattung

 Die FDP Unterfranken setzt sich für die Abschaffung des Friedhofszwangs in Bayern
 ein. 

 Wir fordern die Möglichkeit zu schaffen Urnen zu Hause aufzubewahren, die Asche nach
 dem Willen des Verstorbenen zu verstreuen oder alternative Bestattungsformen zu
 wählen. Auch private Friedhöfe und Erdbestattungen auf eigenem Grundstück sollen nach
 behördlicher Genehmigung und unter Wahrung des Umwelt- und Gesundheitsschutzes
 zulässig sein.

 Zudem spricht sich die FDP Unterfranken für die Abschaffung der Sargpflicht, eine
 Liberalisierung von Grabgestaltung und -beschriftung sowie für die vollständige
 Legalisierung von Luft- und Seebestattungen aus. 

 

 5. Freiheit und Bürgerrechte schützen

 Sicherheit darf nie zur Einschränkung der Freiheit führen. Wir lehnen eine
 flächendeckende Videoüberwachung ab. Wo Videobeobachtung in Ausnahmefällen notwendig
 ist, muss sie verhältnismäßig, transparent und zeitlich befristet erfolgen.