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Mehr Trade weniger Trump - Strategische Forderungen zum Umgang mit den Vereinigten Staaten

Liberale stehen entschieden für offenen, regelbasierten Freihandel, die soziale
Marktwirtschaft und eine multilaterale Weltordnung. Freier Handel ist nicht nur ein
ökonomisches Prinzip, sondern ein liberales Versprechen: auf Wohlstand, auf Frieden
und auf globale Zusammenarbeit. In einer Welt, in der wirtschaftlicher Nationalismus
und geopolitische Machtpolitik an Bedeutung gewinnen, braucht es mehr denn je eine
starke liberale Stimme für ein selbstbewusstes Europa.

Die Rückkehr Donald Trumps und seine wirtschaftspolitische Ausrichtung machen
  deutlich, dass Europa sich nicht auf bestehende Partnerschaften verlassen kann. Die
  von ihm eingeführten und teils ausgesetzten Zölle auf europäische Produkte belegen
  die Bereitschaft zur wirtschaftlichen Eskalation. Europa darf nicht reagieren – es
  muss gestalten.

  Ein souveränes Europa braucht Unabhängigkeit in strategischen Bereichen, eine starke
  Handelsstrategie und den Willen, sich auf Augenhöhe in globale Machtverhältnisse
  einzubringen. Liberale Außen- und Wirtschaftspolitik muss heute bedeuten: mehr
  europäische Handlungsfähigkeit, mehr wirtschaftliche Resilienz und ein klares
  Eintreten für die Prinzipien des Freihandels – auch gegenüber den USA.

 Die FDP Unterfranken fordert daher:

  1.   Proaktive, aber entschlossene Reaktion auf US-Zölle Die EU muss auf einseitige
      US-Zölle mit klaren, gezielten Gegenmaßnahmen reagieren, dabei aber stets
      gesprächsbereit bleiben. Die temporäre Aussetzung europäischer Maßnahmen darf
      nur bei konkretem Verhandlungsfortschritt erfolgen.
  2.   Europas wirtschaftliche und technologische Eigenständigkeit stärken Europa muss
      in Schlüsseltechnologien wie Halbleiter, KI, grüne Energie und Digitalisierung
      investieren. Ziel ist es, die geopolitische Verwundbarkeit Europas gegenüber
      Drittstaaten zu verringern und Innovationssouveränität zu erreichen.
  3.   Strategische Energieunabhängigkeit Europas ausbauen Die EU soll durch
      Investitionen in erneuerbare Energien, Speichertechnologien und alternative
      Energiepartnerschaften (z. B. mit Norwegen, Kanada oder Nordafrika) ihre
      Abhängigkeit von fossilen Importen aus Drittstaaten reduzieren. Auch die
      Revitalisierung der Kernkraft innerhalb der EU sowie Deutschlands bildet hier
      einen maßgeblichen Faktor.
  4.   Handelspolitische Eigenständigkeit der EU stärken Die FDP Unterfranken fordert
     eine schlagkräftige, eigenständige europäische
      Außenhandelspolitik, die klare Prinzipien verfolgt: regelbasierter Freihandel,
      fairer Wettbewerb, Innovationsfreiheit und transparente Standards. Arbiträre
      Eingriffe und Maßregelungspolitik seitens der Europäischen Kommission wie sie
     in
      aktueller Form stattfindet ist zu reduzieren und Politik im Sinne der
      europäischen Wirtschaft zu machen.
  5.   Stärkung des europäischen Binnenmarkts als strategisches FundamentDer
      europäische Binnenmarkt ist das Rückgrat wirtschaftlicher Stärke. Die FDP
     Unterfranken fordert seine Vollendung – insbesondere durch die
      Kapitalmarktunion, die Digitalunion und den Abbau nationaler, aber auch
      europaweiter Wettbewerbshemmnisse.
  6.   Europäische Lieferketten resilienter gestaltenDie EU muss gezielt
      Abhängigkeiten verringern und europäische Produktionskapazitäten in
      strategischen Sektoren aufbauen. Dafür braucht es passende Rahmenbedingungen
     für
      Investitionen in die Versorgungssicherheit.
  7.   Attraktivitätssteigerung zum militärischen Dienst durch BinnenfreiheitenVor dem
      Hintergrund der Gefährdung des NATO-Bündnisses durch die amtierende US-
     Regierung
      sowie der mangelnden Bereitschaft zum militärischen Dienst innerhalb der
      europäischen Union fordert die FDP Unterfranken die Einrichtung
      eines „Military-Year-Abroad“. Als regulatorische Vorlage hierfür kann die
      deutsch-französische Brigade dienen.
  8.   Rechtfertigung amerikanischer Militärpräsenz in Deutschland und der EUDie
      mangelnde Verteidigungsbereitschaft der USA gegenüber NATO-Partnern
     rechtfertigt
      aus Sicht der FDP Unterfranken den Ausbau und die Förderung
      amerikanischer Militärpräsenz in Deutschland sowie dem Rest der EU nicht. Unter
      diesem Hintergrund ist eine fortlaufende amerikanische Militärpräsenz nur dann
      gerechtfertigt, wenn diese dem Schutze des entsprechenden Landes dient.

 

  Gleichwohl sehen die FDP Unterfranken die Vereinigten Staaten über die
  aktuelle Legislaturperiode hinaus als einen strategischen. wirtschaftlichen sowie
  ideologischen Partner. Unter diesem Hintergrund fordert die FDP Unterfranken
 deshalb:

  1.   Transatlantisches Freihandelsabkommen neu verhandeln Die FDP Unterfranken
     fordern ein neues EU-Verhandlungsmandat für ein modernes
      Freihandelsabkommen mit den USA. Ziel ist ein transatlantischer
     Wirtschaftsraum,
      der Zölle abbaut, regulatorische Kooperation ermöglicht und europäische
      Standards wahrt.
  2.   Welthandelsorganisation (WTO) stärken und reformieren Die FDP Unterfranken
     fordert eine aktive Rolle Europas bei der Reform der WTO. Notwendig
      sind effizientere Streitbeilegungsverfahren, faire Wettbewerbsregeln und die
      Integration ökologischer sowie sozialer Standards.
  3.   Kooperation mit den USA in strategischen Zukunftsfeldern vertiefen Trotz aller
      Differenzen bleibt die transatlantische Partnerschaft wichtig. Die EU soll
      Kooperationen in Forschung, Bildung, Klimapolitik und Cybersicherheit aktiv
      ausbauen – auf Augenhöhe und auf Grundlage gemeinsamer Werte.